“Die abenteuerliche Nationalstraße RN12A liegt hinter uns, wir haben die Südspitze Madagaskars erreicht. Zumindest fast.”

Die Weltreisenden Sabine Hoppe und Thomas Rahn durchqueren mit einem Manzana II der einheimischen Automarke Karenja und dem Dachzelt GT Roof einmal Madagaskar der Länge nach. Über ihr gesamtes Abenteuer berichten sie nachträglich ausführlich im EXPLORER Magazin. Uns halten sie regelmäßig auf dem Laufendem.

 

Unterwegs zur Südspitze

 

“Wir befinden uns am „Faux Cap“, dem falschen Kap, das lange Zeit als südlichster Punkt Madagaskar galt, bis man mit neuen Messmethoden feststellte, dass die wahre Südspitze noch ein paar Kilometer weiter westlich liegt.

Doch der Sonnenuntergang naht, sodass wir es nicht wagen, die letzen 51 Kilometer anzugehen. Stattdessen passieren wir den kleinen Ort Betanty, um bis an die Küste zu fahren. Der Weg ist sandig, in der Ferne sehen wir die ersten Dünen. Wind bläst um die kleinen Hütten aus Holz, die vereinzelt in der Landschaft stehen. Ein Krämerladen hat sein Verkaufsfenster geöffnet und bietet in etwa das gleiche Warenangebot wie in jeder Ansiedlung: lose Zigaretten, ein paar Flaschen Limo, Cola, ein Sack voll Reis, kleine Tüten mit Zucker oder Salz, Tomatenmark und für den Touristen, der vielleicht einmal passiert, zwei Rollen Klopapier und Wasser in verstaubten Plastikflaschen.

Wir folgen einer Autospur durch das Dorf. „Cactus Hotel“ lese ich im Reiseführer und kurz darauf auf dem hölzernen Schild, das schief an einem maroden Zaun hängt, hinter dem sich eine einfache Bungalow-Anlage befinden soll. Doch viel ist davon nicht übrig. Wir folgen weiter der Autospur durch die nächste Düne. Jetzt öffnet sich der Blick und das Meer kommt zum Vorschein. Ein kleiner Parkplatz, sechs bunt bemalte Bungalows aus Stein und Holz, ein kleines Restaurant auf dem in schwungvoller Schrift „Reception“ gemalt steht. Ich steige aus und frage nach, ob wir hier für heute Nacht bleiben dürfen. Dazu zeige ich ein Foto von dem aufgebauten Dachzelt, denn unter einem „tent de toit“ kann sich hier niemand etwas vorstellen.

Vor uns donnern die Wellen an die dem Strand vorgelagerten Felsen und spritzen die Gischt fast zehn Meter hoch in die Luft. Bis jetzt hatten wir das Dachzelt immer nur mit zwei Leinen am Vorzelt abgespannt, doch bei den heftigen Böen, die über den indischen Ozean zu uns wehen, befestigen wir eine weitere Leine an der Rückseite. Den Luftdruck in den Kammern füllen wir heute bis zum empfohlenen Maximum und stellen das Zelt mit der schmalen Seite zum Wind. Die Böen rütteln kräftig an der Zeltplane, doch der Rahmen steht auch bei den sehr stürmischen Bedingungen überraschend stabil.

Die Sonne geht unter und taucht die Kakteen hinter uns in kitschig rotes Licht. Die ersten Sterne funkeln, wir haben fast Vollmond. Wir klettern ins Dachzelt, schlüpfen in die warmen Schlafsäcke, lauschen der steten Brandung. Morgen wollen wir die letzte Etappe zur Südspitze Madagaskars angehen.”

Sabine & Thomas

 

Noch mehr über die Dachzelt-Expedition lesen

 


Mehr über Sabine Hoppe und Thomas Rahn könnt ihr auf der Website www.abseitsreisen.de erfahren. Über ihre sechsjährige Reise mit dem Lkw-Oldtmmer Paula, mit dem sie einmal die Erde umrundet haben, berichten sie seither im Zuge von Fotovorträgen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Im März 2019 haben sie nach zweijähriger Arbeit zudem das Buch „Sechs Jahre Weltumrundung“, erschienen im Piper/Malik Verlag, veröffentlicht.

©Fotos & Text von Sabine Hoppe und Thomas Rahn zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank dafür!