„Man nennt Madagaskar auch den sechsten Kontinent. Nicht nur wegen seiner einzigartigen Tierwelt, sondern auch weil die viertgrößte Insel der Erde eine unglaubliche Bandbreite an Landschaften bereithält. Einmal durch die komplette Insel zu fahren, vom südlichsten bis zum nördlichsten Punkt, hatten wir uns vorgenommen. Noch haben wir unser Ziel nicht erreicht, doch bereits jetzt sind uns die verschiedensten Landschaften begegnet.“

 

Die Weltreisenden Sabine Hoppe und Thomas Rahn durchquerten erfolgreich mit einem Manzana II der einheimischen Automarke Karenja und dem Dachzelt GT Roof, das sie im Flugzeug mitgenommen haben, einmal Madagaskar der Länge nach. Über ihr gesamtes Abenteuer berichten sie nachträglich ausführlich im EXPLORER Magazin. Während des gesamten Reiseabenteuers hielten sie uns am Laufenden. Hier kommt der letzte Teil ihrer Geschichte.

 

Megadiversitätsland Madagaskar: Eine Reise durch landschaftliche Vielfalt

Empfindlich frisch waren die ersten Tage im Dachzelt in Fianarantsoa, das sich im südlichen Hochland befindet. Auf dem Weg zur Ostküste wurde die Landschaft rasch grüner, die Luft feuchter und es fühlte sich gar tropisch an, als wir durch die üppig grünen Wälder an der Ostseite des Ankaratra-Massivs entlang fuhren.

Stück für Stück tasteten wir uns nach Süden immer an der Ostküste entlang, vorbei an Traumständen und türkisblauen Buchten, bis zu den Dünen rund um die Südspitze des Kontinents. Eine ganz einzigartige Vegetation begegnete uns im trockenen Südwesten.

Im Moment ist die regenarme Jahreszeit, bei der die Pflanzen auf ihre Wasserreserven angewiesen sind. Die dicken Stämme der Flaschenbäume, viele Sukkulentenarten und die skurril anmutenden Baobabs harren der Zeit in Hitze und Trockenheit aus, bevor sie in der kurzen Regenperiode wieder zu grünen beginnen werden.

Lange Staubfahnen zogen wir hinter dem Fahrzeug her, als wir über die sandigen Pisten bis nach Morondava fuhren. Immer wieder kreuzten wir knochentrockene Flussbetten, nur in einigen größeren Strömen schob sich das Wasser träge durch das flache Land Richtung Westen zum Kanal von Mosambik.

Auf dem langen und holprigen Weg Richtung Norden passierten wir erneut das weithin trockene Hochland rund um die Hauptstadt Antananarivo, in dem jedoch in allen Niederungen Reisfelder strahlend grün leuchteten. Dürres Grasland wehte ab dort viele hundert Kilometer neben uns, bevor wir nun, knapp vor dem nördlichsten Punkt, dem Cap d´Ambre, wieder in fast tropisch anmutende Regionen kommen. Bananenstauden, Kokosnusspalmen und Mangobäume biegen sich im steten Wind der Küste.

Sicherheitshinweise zur Reise mit dem Dachzelt durch Madagaskar

Frei mit dem Dachzelt in der einsamen Landschaft zu stehen, so wie es in vielen anderen Ländern möglich ist, geht in Madagaskar leider nicht bedenkenlos. Die Sicherheitslage ist seit einigen Jahren schwierig geworden. Alle Einheimischen raten uns vom Freicampen ab. Man spricht über bewaffnete Banden von Viehdieben, die durchs Land ziehen, nachts werden Lastwägen überfallen. Daneben gibt es vielerorts große Flächenbrände, die über das Grasland wüten. Tagsüber zu reisen ist selbst in abgelegenen Gebieten kein Problem, nur nachts, so werden wir eindringlich gewarnt, sollten wir nicht alleine unterwegs sein. Es wäre dumm all diese Warnungen zu ignorieren. So entscheiden wir uns, kein unnötiges Risiko einzugehen. Somit stehen wir zwar nicht einsam, oft aber dennoch traumhaft schön in der großen Grundstücken von Restaurants und Hotelanlagen, am Strand, im Hochland oder zwischen Palmen.

Fazit zur Dachzelt Reise

Die Reise im Dachzelt durch Madagaskar war ein Experiment. Es macht uns viel Spaß damit unterwegs zu sein, es ist bequem, wir fühlen uns damit wohl und sind damit unabhängig von der Qualität der oft sehr einfachen Unterkünfte. Es war eine gute Idee, das Zelt mit auf die Insel zu nehmen. Aber wir müssen auch klar sagen, dass es ganz sicher andere Länder gibt, die sich für eine Reise im Dachzelt wesentlich besser eignen. Egal wohin die nächste Reise führen wird. Wir wissen nun, dass man ein aufblasbares Dachzelt im Flugzeug überall hin mitnehmen kann.“

Sabine & Thomas

 

Noch mehr über die Dachzelt-Expedition lesen

 


Mehr über Sabine Hoppe und Thomas Rahn könnt ihr auf der Website www.abseitsreisen.de erfahren. Über ihre sechsjährige Reise mit dem Lkw-Oldtmmer Paula, mit dem sie einmal die Erde umrundet haben, berichten sie seither im Zuge von Fotovorträgen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Im März 2019 haben sie nach zweijähriger Arbeit zudem das Buch „Sechs Jahre Weltumrundung“, erschienen im Piper/Malik Verlag, veröffentlicht.

©Fotos & Text von Sabine Hoppe und Thomas Rahn zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank dafür!